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CES 2023: Spannende Tech-Highlights & Neuigkeiten im Fokus

CES 2023: Spannende Tech-Highlights & Neuigkeiten im Fokus

Bildrechte Titelbild: © Yojak Vasa - Adobe Stock

Am 9. Januar 2024 ist es soweit: Die nächste Consumer Electronics Show beginnt. Aber was können wir hier eigentlich erwarten? Wir werfen heute einen Blick zurück auf die CES 2023 (5.-8.1.2023) und betrachten, welche Innovationen dieses Event letztes Jahr im Schlepptau hatte.

Eine kurze Vorstellung relevanter Entwicklungen in Sachen VR, Augmented- & Mixed Reality

Viel los: VR-Headsets und AR Glasses

Schon Monate vor der letzten CES blickten VR-Enthusiasten auf die neuesten Entwicklungen bei HTC. Viel wurde spekuliert und angedeutet, Anfang 2023 lies HTC die Katze dann aus dem Sack: Vive XR Elite war das neueste VR-Headset im noch jungen Jahr.

Mit einer verheißungsvollen Display-Auflösung von insgesamt 3840 x1920, 110° Field-of-View und einer Bildwiederholfrequenz von 90 Hz lässt sich schon mal nicht viel beanstanden. Doch an welcher Stelle kann hier von einer wirklichen Innovation gesprochen werden?

Augenfälliges Merkmal des neuen HTC-VR-Headsets ist seine fast normale Brillengröße samt Gewichtsklasse. Immerhin wesentlich günstiger als die Meta Quest Pro, ist das HTC-Novum mit 1.099 USD dennoch alles andere als kostengünstig – punktet aber mit 50 Prozent weniger Gewicht.

Spannend ist auch: die VR-Brille verfügt über Einstellräder für die individuelle Dioptrinzahl und ermöglicht es Brillenträgern, unter dem VR-Headset auf ihr Gestell zu verzichten. Ein großer Pluspunkt in Sachen Ergonomie!

In puncto AR gab es auch Neues vom chinesischen Elektronikkonzern TCL. Das Unternehmen, auch zweitgrößter TV-Hersteller der Welt, zeigte auf der Messe gleich drei Modelle…

TCL’s Highlight war aber ganz klar die RayNeo X2: hier handelt es sich um die erste Augmented-Reality-Brille mit vollfarbigem Micro-LED-Wellenleiter-Display.

Auffällig sind hier das besonders hohe Kontrastverhältnis (100.000:1) sowie Helligkeit bei rund 1000 Nits. Nutzer der AR-Glasses werden das Gerät daher auch unproblematisch im Außenbereich tragen können, ohne dass die Qualität der visuellen Darstellung leidet.

Die Brille nutzt eine 16 Megapixel-Kamera, Qualcomms XR2-Plattform mit 128GB Festspeicher/6RAM, Smart-GPS-Navigation mit SLAM-Algorithmus sowie Echtzeit-Übersetzung in mehreren Sprachen.

Nxtwear S bietet Nutzern einen virtuellen 130-Zoll-Bildschirm und baut auf dem in Asien erhältlichen 1080pOLED-Display Nxtwear Air auf. Die Smartglasses mit einer Bildauflösung von 47 Pixeln pro Grad sind spezifisch für immersive Betrachtungsumgebungen konzipiert. Der virtuelle Display entspricht einem 140″-Bildschirms in rund 4 Metern Distanz.

Mittels USB-C ist die AR-Brille mit diversen Smartphones, iPads oder Laptops kompatibel und unterstützt batterieloses Plug-n´-Play für rund 370 Euro. Nxtwear V dagegen ist als 4K-Display-VR-Brille mit 2280 x 2280 Pixeln, 1512 ppi und einem 108°Field-of-View konzipiert- allerdings noch nicht marktreif und ohne Veröffentlichungstermin.

Sharp zeigte einen VR-Brillen-Prototyp mit nur 175 Gramm Gewicht. Die Technologie dürfte zu einem späteren Zeitpunkt an andere Unternehmen verkauft werden.

Sharps neuer VR-Prototyp verfügt über 2K 120HZ-Bildschirme mit Anti-Glare-Technologie zur Verhinderung von Blendung bzw. für besseren Display-Kontrast… Bildquelle: blog.sharp.co.jp

Interessanterweise verfügt die Proto-Brille über ein RGB-Farbmodul für schnellen Autofokus, welcher über eine Polymerlinse gesteuert wird.

Schlussendlich wird auch die Panasonic-Ausgründung Shiftall marktreif: Die 320 Gramm starke, allerdings nicht autark laufende MeganeX mit OLED-Microdisplay erschien in zwei Versionen.

MeganeX Bildquelle: en.shiftall.net

Neben der Business-Edition der speziell fürs Metaverse entwickelten Brille startet hier allerdings auch die Standard-Version (mit einer Bildschirmauflösung von insgesamt 5.120 x 2.560 Pixeln, 1,3-Zoll-Micro-OLED und 10-Bit-HDR) schon bei recht üppigen 1.699 US-Dollar – ohne Basisstation oder VR-Controller.

Shiftall präsentierte auch wireless HaritoraX für kabelloses Tracking. Das Modul wird der bereits zuvor veröffentlichten Haritora-Tracking-Kleidung, die aus mehreren Teilen für Torso und Extremitäten besteht, genutzt. Kompatibel ist HaritoraX mit VR-/MR-Headsets von Vive Pro, Rift S, Quest-Modellen oder Reverb G2.

Flip VR ist ein weiteres Produkt aus dem Sortiment von Shiftall, das auf der Messe präsentiert wurde: VR-Controller, deren Bedienelemente nach oben gedreht werden können, um beispielsweise eine Tastatur zu bedienen oder ein Getränk in der Hand halten zu können, ohne das Tracking der Hände dabe zu verlieren.

Innovationen in erster Reihe

Actronika erhielt einen Innovation Award für Skinetic, ein umfassendes Trackingsystem. Die kinetische Weste funktioniert kabellos mit hochauflösender Haptik über 20 Sensoren, die in der Lage sind, eine Vielzahl an taktilen Feedbacks zu vermitteln. Skinetic verfolgt dabei in Echtzeit aktiv Benutzerpositionen und reagiert mit entsprechenden, haptisch fühlbaren Rückkopplungen. Vielfältige VR-Erlebnisse können so für Nutzer, neben der audiovisuellen Ebene, auch körperlich spürbar werden.

Bildquelle: skinetic.actronika.com

Ebenfalls ausgezeichnet wurde das Startup Cellico mit seinen Arges 4K-Smartglasses für Menschen mit altersbedingter Makuladegeneration. Hergestellt vom Samsung finanzierten C-Lab in Südkorea arbeitet das nur 93 Gramm leichte Gerät auch über Sprachbefehl und soll dafür sorgen, dass betroffene Personen den zentral nicht mehr sehbaren Teil visueller Eindrücke an einer anderen Stelle wieder eingeblendet bekommen.

Auch AjnaXR, das erste Mixed-Reality-Headset aus Indien, wurde prämiert.

Galea (von OpenBCI) ist eine Hard-und Softwareplattform. Mit einem eigenen VR-Headset wurde demonstriert, wie verschiedene physiologische Komponenten des menschlichen Körpers bemessen werden können. Das autarke, portable Gerät kann Forschern Aufschluss über innere Gemütszustände geben und z.B. im Bereich von Phobien und Ängsten helfen.

Auch KEPLAR Glasses sind smarte AR-Devices, arbeiten allerdings mit proprietärer Pin Mirror-Technologie/“PinMR“. Anders als andere Anbieter smarter Brillen setzt LetinAR Inc. an dieser Stelle nicht auf diffractive oder holografic waveguides, sondern nutzt einen Pinhole-Effekt zur Spiegelung des Mikrodisplays in die Linse des Anwenders.

LetinAR hat auf der Messe das Ergebnis seiner Entwicklung vorstellen können: den vertikalen Betrachtungswinkel wesentlich zu erweitern und verbesserte, kontrastreichere Display-Einblendungen zu ermöglichen.

Die Technologie für Keplar-Glasses arbeitet mit optischer Falttechnik: dabei wird eine Lochblende vor der Netzhaut platziert, die mit Hilfe von Spiegelungen das Licht eines Mikrodisplays reflektiert und in die Pupillen leitet. Bilder Bildquelle: letinar.com

Auch die cloudbasierte portable Plattform Heru erhielt einen Innovationspreis. Heru ermöglicht medizinischem Personal, verschiedene Sehtests durchzuführen und Früherkennung, mögliche Versorgung und angemessene Behandlungsoptionen zu eruieren.

ENGO2 ist eine MicroOLED-AR-Brille für Sportler und erhielt ebenfalls einen CES-Award.

In Sachen 360°-Kamera und Photogrammetrie sind weiter das Leica BLK360, eine Überarbeitung des Vorgängers mit Namen BLK360 G, sowie die HERO11 Black Mini zu erwähnen.

Die kleine GoPro ist, wie der Name schon sagt, eine Miniatur-Version der bisherigen Modelle und verfügt nicht nur über einen 1/1,9 Zoll-Sensor, Videos mit 10-Bit-Farbtiefe und eine Auflösung von bis zu 5,3K, sondern auch über eine exzellente HyperSmooth-Videostabilisierung.

Doch nicht nur Brillen und Headsets waren auf der CES präsent – multisensorische Tech präsentierte beispielsweise das Unternehmen OVR Technology mit seiner Marktneuheit ION3.

ION3 offeriert unterschiedliche Geruchskombinationen für VR-Apps und installative VR-Erfahrungen, etwa auf Festivals: VR-Erlebnissen werden so olfaktorische Reize beigemengt und VR-Nutzer erhalten, passend zur jeweiligen Anwendung, einen zusätzlichen authentischen Erfahrungswert über ihren Geruchssinn. Bei einem virtuellen Theaterstück etwa erleben VR-Anwender den Duft eines leckeren Menüs oder riechen brennendes Holz am Kaminfeuer. Das Gerät besteht aus einem tragbaren Aufsatz und bietet Kompatibilität mit verschiedener VR-Hardware.

Damit ergänzt ION3 auch Anwendungen wie bereits erwähnte kinetische Trackingsysteme, die die Bewegungen der Nutzer noch umfassender nachverfolgen und das Agieren im virtuellen 3D-Raum so insgesamt authentischer und realer erscheinen lassen.

Schließlich gab Vrgineers auf der CES bekannt, dass eine drahtlose Version des XTAL-VR-Headsets folgt, die über eine Art Gürtel funktionieren wird. Qua Gewicht am Kopf wird die VR-Brille also keine weitere, unangenehme Erschwerung mit sich bringen und hier Anwendern weiter Komfort bieten: um eine 4K-Auflösung über WiFi zu ermöglichen, arbeitete das Unternehmen an einem speziellen Modus bei einer komprimierten Auflösung von 2560 x 1440 je Auge/70Hz und einem proprietärem Zugangspunkt von IMRNext. Dieser wird über eine „belt-on“- Workstation angebunden und an die Empfängerperson weitergeleitet.

„The aim is, more dynamic use case scenarios and enhance the quality of single-user and multi-user-simulation(…)“

Phil Purdy, IMRNext director of engineering and delivery

VR/AR/MR sind hoch spannende Technologien und vielfältig einsetzbar!

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