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Be Part of the Audience: Events im 360-Grad-Livestream

Be Part of the Audience: Events im 360-Grad-Livestream

MagentaMusik 360 ist immersiver Livestream by Telekom. Bildquelle: stadt-bremerhaven.de

Volle Immersion voraus…!

Um ein Live-Event hautnah mitzuerleben, muss man heutzutage nicht mehr physisch vor Ort sein: Facebook, Youtube, Next VR und Co. sei Dank. Denn die Streaming-Plattformen bieten in Form von Echtzeit-Übertragungen nicht nur einen Trost für die Unmöglichkeit direkten Partizipierens, sondern lassen auch Streaming von 360-Grad-Inhalten zu, die, in Verbindung mit Google Cardboard oder High-End-VR-Devices wie der HTC Vive, Events immersiv erlebbar machen. Die ultimative VR-Experience, sozusagen.

Ob Basketball-Bundesliga, Open-Air Festival (z.B. by Magenta Virtual Reality) oder klassisches Konzert. Dank VR lässt sich das Event nicht nur besser (aus der ersten Reihe) sehen, sondern auch hautnah erfahren. So gaben Youtube & Google 2016 das Coachella Line-up selbst für Schlusslicht-Positions frei und verschickten mit den Tickets sogleich VR-Brillen (in Form der Google Cardboard). Damit setzte sich ein neuer Meilenstein in Kraft, dem auch Social-Media-Plattformen wie Facebook Live 360 folgten.

Samsungs VR Live Pass-Project verschaffte Nutzern einer Gear VR weltweit ein Live-Broadcast-Erlebnis der Superlative, indem Coldplays „A Head Full of Dreams“-Konzert als stereoskopisches VR-Live-Ereignis übertragen wurde. So kamen Fans in über 50 Ländern in den Genuss, sich die 360-Grad-Bilder aus dem Chicagoer „Soldier Field-Stadion“ anzusehen und die spezielle Atmosphäre hautnah zu erleben, obgleich sie mehrere tausend Kilometer entfernt weilten…

Coldplay-Publikum in L.A. Bildquelle: technacysolutions.com


…und anderswo. Bildquelle: technacysolutions.com


Coldplay-Konzert im 360-Grad-Live-Broadcast. Bildquelle: samsungmobilepress.com

Gerade bei Konzerten sind 360-Grad-Streams ausgesprochen praktisch, da sie dem externen Viewer eine Möglichkeit bieten, die gesamte Atmosphäre des Live-Events in sich aufzunehmen, ins Publikum zu schweifen und die Location zu erkunden.

Doch auch im Hinblick auf Interviews sind kameratechnische Roundabouts durchaus interessant – so sie den Zuschauer dazu ermuntern, sich umzusehen…

https://youtu.be/tQLwEsibRvI

Die Sache mit dem Sound

Das Präsenzgefühl kann durch authentisches Audio (z.B. in Form von Spatial Audio) nochmals gesteigert werden: Töne beeinflussen das limbische System des Menschen immens. Wir benötigen 3D-Sound in Form eines Reality-Checks zur räumlichen Orientierung. Selbst Nebengeräusche werden kontinuierlich registriert. Unser Eindruck, unsere Gefühle, die hierbei beeinflusst werden, konstituieren in uns erst ein Präsenz-Erlebnis. Gerade in Bezug auf 360-Grad-Streaming, ist die Relevanz von Spatial Audio (Ambisonic Audio) hervorzuheben: Da wir Sounds räumlich hören und deren Signale binaural verarbeiten, verorten wir die Quellorte der Schallwellen unterschiedlich auf beiden Ohren, je nach Distanz und Richtung aus der sie zu uns gelangen. Ambisonic bewirkt eine von Lautsprechern unabhängige Darstellung von Schallfeldern, die bei Live-Übertragungen ebenfalls dem Streaming unterliegt und, etwa durch das AMBEO VR Mic von Sennheiser, optimalerweise schon während des Recordings den perfekten 3D-Sound erzeugt.

Bildquelle: giphy/popsci.com

Eine immersive 360-Grad-Experience braucht also einen überzeugenden Sound; das Gegenteil wäre in seiner Auswirkung analog einem schlechten Video-Stitching mit dem sich der Viewer herumschlagen müsste: Präsenzgefühl adé.

In puncto Stitching lässt sich unser Beitrag gleich basal in die Vertiefung führen. Denn für die reibungslose Übertragung des Video-Contents ist natürlich auch Live-Stitching erforderlich. D.h. eine Stitching-Engine muss Content in Echtzeit verarbeiten können.

Wer mit einer 360-Grad-Kamera live streamen möchte, hat inzwischen fast ein wenig die Qual der Wahl. Eine sehr passable Kamera für den Heimgebrauch mit kleinem Budget ist die Yi 360 VR, zumal sie an eine externe Stromversorgung angeschlossen werden kann und daher Akku-unabhängig funktioniert. Sie streamt monoskopische Aufnahmen in 4k. Yi 360 Studio sorgt für den richtigen Stitch.

Doch was braucht der ambitionierte User auf dem Weg zum Content-Spreading?

Spread Content Like A Wildfire/

Processing & Delivery

Insta360 Pro 2. Bildquelle: cinema5d.com

Videostreaming ist zu einer der wichtigsten Möglichkeiten geworden, mit Kunden zu kommunizieren oder sie zu unterhalten. Stehen Nutzer vor der Wahl, sich die gleichen Inhalte im 360-Grad-Format oder als Fixed-Frame anzusehen, liegt die Entscheidung zugunsten 3D-VR bei einem Plus von 28,8 Prozent. Um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erhalten, ist es sinnvoll, sich ein paar Facts vor Augen zu halten. Der 360-Grad-Livestream macht nicht nur, anders als bei konventioneller Videoübertragung, qualitatives Echtzeit-Stitching erforderlich, sondern erfordert auch eine rundum optimierte Übertragungskette.

Die von der Aspekteins GmbH derzeit empfohlene 360-Grad-Kamera für Livestreaming, die Insta360 Pro2, bietet dem User 4k-Live-Streaming (3840×3840/24fps in 3D) und weitere fantastische Vorteile wie Crystal View oder Far-Sight-Funktion. Die Aufnahme kann simultan in 8k bei voller Qualität aufgenommen werden und steht später als polierte Version zur Verfügung (8k-2D-Videos oder 6,7k-3D-Videos bei 6400×6400). Ein weiterer Vorteil ist der built-in Server. Auf diesen kann mit einem Broadcasting-Programm zugegriffen werden, das den Videostream beispielsweise mit zusätzlichen Einblendungen anreichern kann. Alternativ kann die Kamera das Signal aber auch direkt an Streaming-Plattformen senden oder per HDMI an externe Hardware weitergeben.

Neben Aufnahme und Stitching sorgt die Kamera weiters für Encoding und Bereitstellung. Um den Videoeingang streamen zu können, muss der Content der Live-Quelle z.B. im rtmp-Format codiert sein. Dazu ist die Verwendung eines Software-Encoders (Live-Stream-Encoding-Software) notwendig.

Ein hochqualitativer 4k-Livestream erfordert eine hohe Bandbreite. Diese kann im Regelfall nicht von einem einzelnen Netzwerk bereitgestellt werden. Es empfiehlt sich daher, das Streaming-Signal in mehrere Einzelteile zu zerlegen, diese über separate Netzwerkverbindungen (z.B. 4G-Router) auf eine Cloud zu übertragen und mithilfe eines Bonding-Services nach dem Upload wieder zusammenzufügen.

Streaming-Server sollten die spezielle Anforderung erfüllen, Material der Live-Quelle (Studio-Kamera, Webcam…) unmittelbar in ein Format zu konvertieren (Enkodierung), welches dann von einem Streamingserver in Echtzeit als Stream bereitgestellt wird.

Die Insta360 Pro 2 unterstützt die Streamingprotokolle rtsp, rtmp und hls. Das auf HTTP basierende Streamingprotokoll hls, defragmentiert die Dateiinhalte. Dies führt zu mehr Latenz, ist jedoch für mobile Lösungen unerlässlich. Für ein 360-Grad-Live-Feature ist auch ein Rückgriff auf rtsp und rtmp (real-time streaming/processing) angebracht. Diese Protokolle verringern automatisch die Latenz (< 1 Sekunde) und ermöglichen einen reibungslosen Ablauf der Bildfolge. Beide Protokolle definieren sich als „stateful protocol“: Die Verbindung wird nur ausgesetzt, sofern Server oder Client die Verbindung beenden. Rtmp transferiert den 360-Grad-Content über ein Flash Player plug-in. Insofern ist dieses auch dringend zu installieren; rtmp-Server-Implements liefern beispielsweise die Softwares von OBS Studio oder Wirecast (Windows & Mac), Streambox und nicht zu vergessen Flash Media Live Encoder. Als Live-Encoder-Software für Apps bieten sich die Facebook App, Wowza GoCoder oder Wirecast Go an.

Media-Workflow erläutert über die Software von Wowza. Bildquelle: wowza.com

Ein anderer Aspekt bei rtmp und rtsp ist die Daten-Sicherheit: Das Video wird lediglich gestreamt und der Viewer erhält keine sicherheitsrelevanten Daten (hierzu bietet Adobe auch protected streaming/rtmpe an). Andersherum kann der Bereitsteller von Inhalten durch die Sammlung von Zuschauer-Daten sehen, wie lange diese dem Stream folgten und daraus nützliche Statistiken entwickeln.

Off you go…

https://youtu.be/MVVs9HfPrfc

Kurzerhand: 360-Grad-Produktionen im Live-Broadcast benötigen hier einen Kameraanschluss via HDMI auf USB-Ausgabe; die Encoding-Software optimiert das Kamerasignal dann fürs Netz. Über die Internetverbindung wird das umgewandelte Signal als Video an den externen Streaming-Server geschickt. Dieser verfügt über Navigationsfunktionen und verteilt das Livesignal an die Zuschauer. Die User rufen das Video über den (externen) Videoplayer ab und können den Content live via Smartphones, Tablets oder VR-Device erfahren.

Immersive 360-Grad-Livestreams können auch beeindruckende Ergebnisse hervorbringen, so sie auf umliegende Wände projiziert werden – wie z.B. mit dem MK Player360 von Broomx oder dem 360Mini.

Mit dem Broomx MK Player360 lassen sich eigene Wände entwerfen Bildquelle: ithotelero.com

Für die Realisierung einer 360-Grad-Produktion sind indes konkrete Vorplanungen nötig. Neben der Anzahl an notwendigen Kameras, sollte auch das räumliche Setting scharf ins Visier genommen werden. Denn: Eine 360-Grad-Kamera sieht schließlich alles! Wohin also mit Beleuchtung, Verkabelungen… – was gehört ins Bild, was nicht?

Sie suchen eine End-to-End-Lösung für Ihr 360-Grad-Live-Event? Dann lassen Sie sich von unseren Profis begleiten und zu einem eindrucksvollen „Rundherum“-Ergebnis führen!

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Bildrechte Titelbild: © AdobeStock – Aliaksei

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