Holomedizin: Erste Herz-Operation unter Mixed-Reality-Technologie

21. Februar 2020 Katrin Pape

Holomedizin: Erste Herz-Operation unter Mixed-Reality-Technologie

Was ist Holomedizin?

Mixed-Reality-Brillen (wie die Microsoft HoloLens) werden seit einiger Zeit unter dem Begriff Holomedizin erfolgreich in der chirurgischen Ausbildung eingesetzt. Holomedizin setzt sich aus den Begriffen Hologramm & Medizin zusammen und umschreibt eine neue Art der Medizintechnik.

Bildquelle: hololens.reality.news.com

Hierbei wird die reale Welt um Hologramme erweitert, die auf realen Daten beruhen und entsprechend als 3D-Modelle im physischen Raum erscheinen -- eine Mixed-Reality-Brille wie HoloLens vorausgesetzt. Hologramme von z.B. Organen können vom Anwender im Raum beliebig positioniert werden (vergrößert, gedreht und gewendet…). So kann die Diagnostik verbessert werden.

Im Sana-Klinikum Berlin Lichtenberg wurde einem Patienten jetzt mithilfe dieser Technologie ein neuer Herzschrittmacher eingesetzt. Damit dürfte es sich um die erste deutsche Klinik handeln, die Mixed-Reality-Technologie während einer OP in einer kardiologischen Abteilung eingesetzt hat.

Mit der HoloLens wurde der operierenden Ärztin ein 3D-Scan auf das Display der Mixed-Reality-Brille projiziert. Der große Vorteil im Gegensatz zur konventionellen Darstellung an einem Bildschirm ist, dass die AR-Technlogie ein tieferes räumliches Verständnis des Scans ermöglicht. Da jedes Herz seine Eigenheiten hat und anders aussieht, ist die Medizinerin mit dieser zusätzlichen Visualisierung auch sicherer, denn sie bekommt noch mehr strukturelle Details geliefert.

Was sich zunächst befremdlich anhören mag, ist eine interessante Möglichkeit, Operationen noch präziser durchführen zu können: Die Lokalisierung anatomischer und physiologischer Strukturen und die damit verbundenen Diagnostik kann so verbessert werden.

„Wir können bei Operationen dadurch besser sehen, wo einzelne Teile des Herzens verlaufen, beispielsweise die Herzscheidewand. Denn jedes Herz ist anders – es gibt kleine und große, manche haben vielleicht eine Narbe oder sind anatomisch verzogen, weil sie schon einmal operiert worden sind.“

Dr.Olaf Göing, Chefarzt, Kardiologie Sana Klinik Lichtenberg

Vorteile von Holomedizin

Die vom Startup apoQlar für Microsoft HoloLens entwickelte Software ermöglicht es Medizinern, bestimmte physiologische Bereiche um das zu operierende Organ oder Körperteil auszublenden. Dadurch kann ein gezielter Fokus auf den entsprechenden Bereich gesetzt werden. Virtuelles Bild und reale Aufnahmen bzw. deren Echtzeitdaten können für ein besseres Verständnis auch übereinander gelegt werden. So lassen sich nicht nur einzelne Bereiche extrahieren, also separat vom umliegenden Gewebe betrachten, sondern verschiedene Ebenen eines Organs auch in einem größeren Zusammenhang deuten.

Mixed-Reality: Virtuelle Scans werden unter einer HoloLens mit realen Aufnahmen zusammengeführt. Bildquelle: apoqlar.com

Zudem können andere Mediziner in tausenden Kilometern Entfernung die Operation live mitverfolgen und ebenfalls das (nicht intakte) Organ in seiner Komplexität aus den entsprechenden Winkeln betrachten. Noch ein Vorteil ergibt sich schließlich bei der OP-Planung, denn die teilnehmenden Ärzte müssen sich für Vorbesprechungen gar nicht erst gemeinsam in einem Raum befinden. Termine können also unabhängig von zeitlich-räumlichen Engpässen dennoch wahrgenommen werden.

Bildquelle: news.microsoft.com

Mixed-Reality ergibt auch Vorteile für die Erläuterung von Untersuchungsergebnissen gegenüber dem Patienten. Die über HoloLens generierten 3D-Modelle verdeutlichen für den medizinischen Laien, was ansonsten schwer vorstellbar sein kann: Patienten erhalten so ein genaueres Bild davon, was sich in der Diagnostik, z.B. anhand von CT-Scans oder Ultraschall-Aufnahmen, visuell schlecht vermitteln lässt.

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