Wissenschaft im Rundumblick – Helmholtz-Zentrum und Aspekteins starten 360-Grad-Videoreihe

24. April 2020 Marius Mülhaupt

Wissenschaft im Rundumblick – Helmholtz-Zentrum und Aspekteins starten 360-Grad-Videoreihe

Wie kann man komplexe Forschungsfelder auch für Außenstehende spannend und verständlich erklären? Das Helmholtz-Zentrum Geesthacht hat hierzu eine innovative Lösung gefunden: Mit 360-Grad-Videos öffnet das Zentrum für Material- und Küstenforschung seine Türen virtuell interessierten Zuschauern und bietet ihnen so die Möglichkeit, die Forschungsbereiche hautnah selbst zu erleben.

Uhrwerk Ozean – Ein wissenschaftliches Leuchtturmprojekt wird erlebbar

360°-Videos haben sich für das Helmholtz-Zentrum bewährt: Mit 360-Grad-Animations- und Realfilm-Produktionen mit dem Thema „Uhrwerk Ozean“, die die Forschung nach unsichtbaren Meereswirbeln beleuchteten, gehörten die Wissenschaftler zu den Vorreitern in der Nutzung des neuen Mediums. Produziert wurde der Animationsfilm 2016 von Ocean Mind, die Realfilme dagegen von der Schwarzseher Filmproduktion und dem Planetarium Hamburg. Die Luftaufnahmen, die aus einem Helikopter gefilmt wurden, wurden von der Aspekteins GmbH umgesetzt (lesen Sie hier unseren Making-of-Bericht).

Im Rahmen dieses ersten Vorstoßes in die Welt der 360-Grad-Videos eröffnete das Hemholtz-Zentrum sogar eine eigene Fulldome-Leinwand auf dem Institutsgelände. Hier können Besucher die Uhrwerk-Ozean Filme und zukünftige 360-Grad-Produktionen auch ohne VR-Brille erleben.

360° Wissenschaft - Die Wirbeljagd - Expedition Uhrwerk Ozean

In2Science – 360-Grad-Produktionen gehen in Serie

Mit In2Science betreibt das Helmholtz-Zentrum aktuell ein halbjährlich erscheinendes Print-Magazin, in dem interessierte Leser in die Welt der Wissenschaft entführt und in leicht verständlich Weise über die Forschungsarbeiten im Institut informiert werden. 360-Grad-Videos, die begleitend zu den Leitartikeln des Magazins produziert werden, sollen dabei in Zukunft eine wichtige Säule im Angebot bilden: Mithilfe einer eigenen App für Android-- und iOS-Systeme können Nutzer von Zuhause aus virtuell in die Labore des Helmholtz-Zentrums eintreten und den Forschern bei Ihrer Arbeit über die Schultern blicken. Für die Umsetzung dieser Filme setzt das Helmholtz-Zentrum abermals auf die Experten von Aspekteins, die die kommenden 360-Grad-Projekte von der Konzeption bis zur Fertigstellung betreuen werden.

Metallische Biomaterialien – Das Implantat der Zukunft

Das erste Ergebnis der längerfristig angelegten gemeinsamen Zusammenarbeit ist jüngst erschienen: In einem 5-minütigen Clip begleitet das Kamerateam Dr. Berengere Luthringer, die Abteilungsleiterin der Biologischen Charakterisierung in Geesthacht, die den Zuschauer durch ihr Labor führt und die Potentiale ihrer Forschung aufzeigt:

Sie forscht an metallischen Biomaterialien – im Speziellen Magnesium. Diese haben das Potential, für Implantate wie beispielsweise Schrauben eingesetzt zu werden, die bei komplexen Knochenbrüchen zur Fixierung der Knochen zum Einsatz kommen. Während herkömmliche Implantate nach der Heilung des Knochens in einer zweiten Operation entfernt werden müssen, zersetzen sich Magnesium-basierte Implantate selbstständig im Körper. Da das Material dem des Knochens sehr ähnlich ist, können die Materialien vom Körper gut aufgenommen werden und – mit entsprechenden Legierungen – den Heilungsprozess sogar aktiv unterstützen.

Die Geschwindigkeit, in der sich die Implantate zersetzen, muss jedoch sehr genau auf das Anwendungsfeld zugeschnitten werden. In den Laboren des Helmholtz-Zentrums wird daher untersucht, wie sich verschiedene Proben in Zellkulturen verhalten. Zum Einsatz kommt dabei zum Beispiel ein Bioreaktor, der den Blutfluss simuliert und somit den Verhältnissen im Körper noch näher kommt, als es in einer herkömmlichen Zellkultur möglich wäre.

Der 360-Grad-Film bringt den Zuschauer dabei ganz nah an das Geschehen heran. Ein besonderes Highlight ist ein virtueller Flug über eine Magnesiumprobe auf mikroskopischer Ebene. Die virtuelle, dreidimensionale Oberfläche, über die der Zuschauer hinweg fliegt, beruht auf echten Daten: Aufnahmen eines Elektronenrastermikroskops wurden hierzu in eine 3D-Oberfläche umgewandelt und für die Darstellung in einer 360-Grad-Ansicht optimiert.

Der Film wurde in deutscher und englischer Sprache in je zwei Versionen produziert: Als 360-Grad-Video zur Wiedergabe auf VR-Brillen und als eigenständige Version für die Wiedergabe auf der Fulldome-Leinwand. Um ein optimales Erlebnis auf beiden Wiedergabeformen zu gewährleisten, wurden die Kameraeinstellungen zum großen Teil aus zwei verschiedenen Perspektiven gefilmt. Die inhaltlich identischen Filme bestehen also fast komplett aus leicht unterschiedlichem Filmmaterial. Nur so können sämtliche Vorteile und Eigenheiten beider Szenarien genutzt werden.

Ein Ausblick

Der neu veröffentlichte Film zur Forschung an metallischen Biomaterialien ist der Startschuss der Zusammenarbeit zwischen dem Helmholtz-Zentrum Geesthacht und der Aspekteins GmbH. Auch ein zweites gemeinsam produziertes Projekt wurde jüngst veröffentlicht, das den Zuschauer in die Anlagen eines Teilchenbeschleunigers, dem Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY), mitnimmt. Hier forschen zwei Doktorandinnen im Rahmen des europäischen MgSafe-Programms an bildgebenden Verfahren, die den Abbau von Magnesium-Implantaten darstellen können – ein weiterer Schritt, der auf den Weg hin zum klinischen Einsatz der Implantate nötig ist.

Discover Science 360° - MgSafe: X-ray vision in 360°

360-Grad-Videos eignen sich exzellent zur Darstellung komplexer Sachverhalte, gerade wenn es um räumliche Beziehungen oder ein Verständnis für unterschiedliche Dimensionen geht. Auch die Möglichkeit, Nutzer an Orte zu versetzen, zu denen sie sonst keinen Zugang erhalten könnten, bietet großes Potential. Die Experten der Aspekteins GmbH helfen Ihnen gerne dabei, individuelle Problemlösungen und Darstellungsformen für Ihr Projekt oder Unternehmen zu finden. Kontaktieren Sie uns jederzeit.

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