Navigieren leicht gemacht – „Live View“ nun öffentlich zugänglich

16. August 2019 Patricia Jantschewski

Navigieren leicht gemacht – „Live View“ nun öffentlich zugänglich

Wer vor 30 Jahren nach Italien in den Familienurlaub fahren wollte, der besorgte sich im Vorfeld eine internationale Straßenkarte und versuchte, mit der ausgebreiteten Karte auf dem Schoß, die beinahe die gesamte Fahrerkabine in Beschlag nahm, den Fahrer so gut es eben ging durch unbekanntes Gebiet zu manövrieren. War man dann nach dem x-ten Familienstreit inklusive Drohung, sofort umzudrehen und wieder nach Hause zu fahren, endlich am Ziel angekommen, musste man sich noch in der hohen Kunst des Origami üben, um die Karte wieder zusammenzufalten und bis zur Rückfahrt im Handschuhfach zu verstauen.

Kartenlesen - kinderleicht oder unmögliches Unterfangen?
Quelle: www.weltansehen.de; Eine klassische Straßenkarte, für Viele damals Fluch und Segen gleichermaßen.

Seit den 1990er-Jahren hielt dann das buchstäblich wegweisende elektronische GPS-Navigationsgerät Einzug in den Straßenverkehr und war nicht nur in der Lage, den Fahrer an sein gewünschtes Ziel zu bringen, sondern ihm auch wichtige Umgebungsinformationen wie die Position von Tankstellen oder Möglichkeiten zur Umfahrung eines Staus zu liefern. Auch hier landete man allerdings nicht unbedingt immer am gewünschten Ort. 2005 stellte Google schließlich einen Online-Kartendienst vor, der den Nutzern die ganze Welt virtuell zu Füßen legte und als absolute Killer-App heute kaum noch aus dem Alltag wegzudenken ist: Google Maps. Mit der zwei Jahre später folgenden Einführung einer neuen Funktion namens Google Street View stellte Google Maps dann sogar 360-Grad-Ansichten von jeder Straße in größeren Städten zur Verfügung, um auch Menschen, die zu Fuß unterwegs sind, die Navigation zu erleichtern. Dies löste allerdings nicht nur Begeisterung aus, Datenschützer und mit ihnen die Medien gingen auf die Barrikaden und kritisierten die neue Funktion.

300 Meter der Straße folgen und dann links…oder?!

Doch trotz der kontinuierlichen Weiterentwicklung im Navigationsbereich gibt es sie noch immer: Menschen, die Probleme bei der Orientierung haben und auch einfach keine Karten lesen können. So konnte es trotz angezeigter Route bislang vorkommen, dass man in die falsche Richtung läuft. Denkbar ungünstig bei einem Städtetrip, bei dem die Zeit allzu oft ohnehin schon knapp bemessen ist und nicht dafür verschwendet werden sollte, sich heillos zu verirren. Für diese, aber natürlich auch alle anderen Menschen, die sich den Weg zu ihrem Ziel komfortabel anzeigen lassen möchten, hat Google nun die bereits auf der I/O 2018 angekündigte und bislang nur für wenige Tester freigeschaltete AR-Funktion „Life View“ in einer Beta-Version in seinen Dienst integriert und unternimmt damit nach der Einführung der Google-Lens-App den nächsten Schritt, um analoge und digitale Welt zusammenzuführen.

Quelle: www.techcrunch.com; Google Maps mit aktivierter AR-Funktion „Life View“

Wer „Life View“ aktiviert, dem wird die gewünschte Route im Kamerasucher dynamisch als Layer angezeigt. Zusätzlich zur Positionsfindung per GPS setzt Google bei der AR-Funktion Daten aus Street View und Maps ein. Darüber hinaus helfen die Smartphone-Kamera und Computervision, wie sie auch bei Google Lens genutzt wird. Mittels der Kamera setzt Google ein Visual-Positioning-System (VPS) ein, das zur besseren Lokalisierung sichtbare Wahrzeichen verwendet. Diese soll dazu beitragen, den eigenen Standort präziser anzeigen zu können. Pfeile und Symbole, die in die Umgebung des Nutzers augmentiert werden, geben Richtungen vor und liefern damit unmissverständliche Anweisungen, wo man sich als Nächstes hinbewegen soll. Auch der Sicherheitsaspekt kommt bei „Life View“ nicht zu kurz: um Unfälle zu vermeiden, wird der Nutzer darauf hingewiesen, das Smartphone während des Gehens aus dem Blickfeld zu nehmen.

Die neue Funktion kann nicht nur auf Android-Smartphones benutzt werden, die ARCore unterstützten – Live View ist auch auf allen iOS-Geräten mit ARKit-Support verwendbar.

Damit Sie in der virtuellen Welt nicht verloren gehen, dienen wir Ihnen gerne als Kompass und navigieren Sie sicher zur Realisierung ihres VR/AR-Projektes – treten Sie einfach in Kontakt mit uns, denn: Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt!

Bildrechte Titelbild: © AdobeStock – Tomasz Zajda

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