Tanz in die Transzendenz: Immersive VR auf der Suche nach Antwort

28. Januar 2022 Katrin Pape

Tanz in die Transzendenz: Immersive VR auf der Suche nach Antwort

Ein innovatives VR-Projekt verbindet Performancekunst, zeitgenössischen Tanz sowie schamanische Praktiken mit VR-Technologien.

Das u.a. vom Arts Council und dem Goethe-Institut unterstützte Kykekon VR (von kyklos=Kreis; auch abgeleitet von einem den Zustand der Erleuchtung bringenden Trank der Antike) nutzt dabei VR-Technologie sehr direkt als Mittel zur tieferen Beschäftigung mit dem eigenen Dasein.

Jenseits vom Diesseits

Kykeon VR ist immersive VR, die das Bewusstsein von VR-Nutzern herausfordern möchte. Bildquelle: dancingopportunities.com

Das 7-minütige VR-Projekt hatte seine Uraufführung bereits im Herbst 2020 auf dem slowakischen Digital-Kunst-Festival Sensorium und wurde hierzulande auch beim VRHAM!-Festival vorgestellt.

Die als Trilogie angelegte VR-Reise thematisiert den Verlust von Gemeinschaftssinn und Empathie unserer modernen Gesellschaft, und untersucht neue Perspektiven durch die Auseinandersetzung mit alten kulturellen Praktiken und Ritualen.

Das Ergebnis soll VR-Anwender dazu inspirieren, auch für sich persönlich Antworten auf dringende gesellschaftliche Fragen zu suchen. Dabei arbeitet Kykeon VR mit der Gegenüberstellung von Maske und VR-Brille.

Die Maske wurde in früheren Zeiten als Mittel zur Anrufung und spirituellen Verbindung zum Göttlichen genutzt. Heute tragen wir größtenteils „unsichtbare Masken“ mit uns herum, die unsere wahre Identität verbergen sollen.

Andere Sichtweisen

Mit dem VR-Headset vor Augen besteht nun die Möglichkeit mit den Augen eines Schamanen oder eines schamanischen Zeitzeugen in eine andere Wirklichkeit zu blicken. Doch nicht nur das. In diesen virtuellen Welten voller seltsamer Geistwesen, andersartiger Raum-Zeit-Gefüge und vergessener Einheits-Kosmologie können Anwender auch interagieren: VR-Nutzer werden so zu einem unmittelbaren Teil der virtuellen Zeremonie.

Das Projekt zielt darauf ab, Anwender in eine tiefere Raum-Zeit-Erfahrung zu führen und hierbei die eigenen Grenzen zu erforschen. Dabei spielt auch das Gruppenerlebnis eine wesentliche Rolle.

“Shamans and traditional healers across different cultures wear masks that block their eyesight, in order to gain greater interior vision (…) So I began to wonder, what if we could use VR masks not to blind us or to hide behind, but to help us become more conscious?

Maria Judová, Creator Kykeon VR

Kykeon VR arbeitet mit HDRP und Volumetric Capture, wobei die Tänzer mit dem markerlosen Motion-Capture-System Captury aufgenommen wurden. Diese Technologie bietet sich insbesondere bei Tanzperformances an, da Bewegungszyklen, physiologische Abstände und Winkel der Performer in Echtzeit gemessen und ausgewertet werden können. Selbst sehr komplexe Nachverfolgung bei anspruchsvollen Choreografien sind wenig fehleranfällig.

Auf fixe Studiohintergründe wie Greenscreens kann verzichtet werden. Die gewonnenen Bewegungsdaten können z.B. durch die Unity- oder Unreal-Engine weiterverarbeitet werden.

Auch das Totale Tanztheater ist eine Virtual-Reality-Experience, die VR-Headset-Anwender unmittelbar in eine Choreografie-Landschaft hineinführt und zur aktiven Teilnahme auffordert (Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag „Blick zurück nach vorn- Bauhaus trifft VR“).

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VR ist als immersives Medium perfekt dafür geschaffen, Nutzer in spezifische Umgebungen zu führen und dort autonom agieren zu lassen. Durch dieses aktive Herumprobieren lassen sich z.B. komplexe Produktionsprozesse und spezifische Inhalte für Nutzer/Anwender/potentielle Kunden besser darstellen und nachvollziehen. Nicht zuletzt kann VR-Storytelling (wie unser eigenes HRVR-Format) individualisierte Erfahrungswelten generieren und für Narrationen spannende, neue Vermittlungsebenen schaffen.

Mit unserer jahrelangen Expertise helfen wir Ihnen gerne bei der erfolgreichen Umsetzung Ihres Projektes:

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