Micro Monsters: Immersives VR-Storytelling im Dienst der Natur

17. September 2021 Katrin Pape

Micro Monsters: Immersives VR-Storytelling im Dienst der Natur

Die neue fünfteilige immersive Storytelling-Produktion „Micro Monsters“ vom Produktionsstudio Alchemy Immersive versetzt Betrachter dank stereoskopischer 3D-Aufnahmen in mikroskopische Dimensionen – ganz nah heran an kleine Lebewesen aller Art – und setzt in Sachen 360°-Realfilm-Dokus neue Qualitätsstandards. Das Produktionsteam setzte auf unkonventionelle Herangehensweisen und verzichtete z.B. auf den Einsatz einer 360-Grad-Kamera.

Erzählt wird die aufwendig inszenierte VR-Expedition von Altmeister Sir David Attenborough.

Mittendrin, im großen Krabbeln…

Szene aus der immersiven VR-Storytelling-Produktion „Micro Monsters“. Bildquelle: theguardian.com

Unter dem VR-Headset erleben sich die VR-Zuschauer auf die Größe eines Insekts geschrumpft.

Anstelle einer spezifischen 360-Grad-Kamera kam eine klassische 3D-Kamera in Kombination mit 180°-Live-Action-Aufnahmen und neu entwickelten VFX-Techniken zum Einsatz.

Um die Realfilm-Aufnahmen der Insekten in VR zu konvertieren, wurde sich z.B. auch einer aufwendig erstellten Toolset-Erweiterung von Nuke bedient. Eine hochauflösende Hollywood-Kamera generierte dabei zunächst planare Aufnahmen, die in Nuke auf eine Halbkugel reprojiziert wurden.

„To utilise non-native immersive content, we had to think carefully about how each episode in the series would be composed(…)We opted to start each episode with the same introduction, easing viewers into the world of bugs whilst using original and native 180 content that was either rendered or captured with ZCAM K2 cameras.“

Elliot Graves, Director of „Micro Monsters“

Für alle Oculus-Headsets ist Micro Monsters in 4K erlebbar. Mit der Oculus Quest 2 kann der Film sogar in 8K mit einer Framerate von 60 Frames pro Sekunde angesehen werden.

Micro Monsters: The Deadly Lullaby | Oculus TV
Behind the Scenes of Micro Monsters

Erlebbarkeit im Handumdrehen

Das Produktionsteam um „Micro Monsters“ kooperierte mit Sir David Attenborough bereits für die AR-/Mixed-Reality-Produktion „Museum Alive“ (kompatibel ab iPhone7 bzw. mit Magic Leap One -Headset), die 2019 auf dem Raindance Immersive Festival als erste Mixed-Reality-Produktion überhaupt nominiert wurde.

Mittels Spatial Computing und Handtracking können Mixed-Reality-Anwender in dieser Anwendung Säbelzahntiger & Co. in der eigenen realen Raumumgebung quasi zum Leben erwecken.

Ein MR-Headset ist mit einer Vielzahl von Sensoren und Kameras ausgestattet und ermöglicht es, virtuelle 3D-Inhalte in die Realität zu projizieren. Die Magic Leap One-Brille arbeitet diesbezüglich mit winzigen Projektoren, die entsprechende Animationen in das Sichtfenster des Geräts spiegeln und bei MR-Anwendern die Illusion erzeugen, der eigene Umgebungsraum würde tatsächlich mit virtuellen Objekten geteilt werden.

Durch die intuitive Interaktion über Handgesten können Nutzer mit den 3D-Objekten interagieren und diese explorieren. Verschiedene Ebenen können in die Animationen eingebaut werden und durch Aktivierung entsprechender Schaltflächen z.B. weitere Informationen enthüllen.

Mixed Reality erlaubt es beispielsweise, Texturen und physiologische Schichten von Objekten abzutragen um ein tiefergehendes Verständnis vom Aufbau zu erhalten.

Museum Alive-AR-App, 3D-Animation eines Säbelzahntigers. Bildquelle: alchemyimmersive.com

Die AR-Variante der Applikation dagegen schafft keine holografische Ebene. Sie ermöglicht es aber Nutzern dennoch, tief in die vor mehreren hundert Jahren verschwundenen Lebensräume der Tiere vorzudringen und dort interessante Details zu deren Wirken und über unsere Erde zu erhalten.

Die Größe der prähistorischen Kreaturen kann über den Touchscreen mit zwei Fingern skaliert werden. Detail zur Spezies, etwa zur Nahrungskette, gibt es in virtuellen Infoboxen.

Die AR-Anwendung auf dem iPhone ist weniger umfassend als die entsprechende Anwendung über eine Mixed-Reality-Brille. Vorteilhaft ist hier jedoch der flexible Einsatz durch mobile Devices. AR-Apps sind deshalb auch Bestandteil vieler Museen.

Dagegen besitzt VR gegenüber MR und AR den Vorteil, eine abgeschlossene Umgebung zu kreieren, die maximale Immersion zulässt.

Während MR einzelne Objekte zur näheren Betrachtung vor dem Auge des Betrachters in 3D perfektioniert, kann ein VR-Anwender vollständig in eine virtuelle Erfahrung abtauchen. Auch in einer VR-Umgebung sind vielfältigste Interaktionen möglich; der Unterschied zu AR & MR besteht aber darin, dass VR-Headset-User komplett in virtuelle Welten abtauchen können.

Mit VR und MR lässt sich kulturelles Erbe nicht nur weiterführend erheben und besser strukturieren, sondern auch vielschichtig und spannend einem breiteren Publikum vermitteln. Als niedrigschwelligen Einstieg bieten sich dahingehend auch 360-Grad-Videos bestens an, um Eindrücke vergangener Zeiten zum Leben zu erwecken.

Die Aspekteins GmbH ist versierter Profi in Sachen immersivem VR-Storytelling und hat innovative Herangehensweisen zur narrativen Nutzung immersiver Medien entwickelt (mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel: „Linear war gestern: Mit Hyperresponsive VR werden 360°-Filme interaktiv“ & „Hyperresponsive VR- Der nächste Schritt des 360°-Storytellings“).

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