Einfacher Zugang zu VR-Inhalten mit WebVR

 

Wer mit seinem Smartphone oder PC per Internet auf VR-Inhalte zugreifen wollte, musste sich bisher nicht selten mit ebenso lästigen wie langwierigen Installationen, langen Ladezeiten und umständlichen Konfigurationsbildschirmen herumplagen. Um diese Hürde auf dem Weg zur freien Verfügbarkeit virtueller Realität für jedermann zu überwinden und damit gleichzeitig den Zugang zu Virtual-Reality zu demokratisieren, knüpft Mozilla in Kooperation mit dem Google Chrome-Team an das Werk des VR-Pioniers Tony Parisi aus den 90er-Jahren an und arbeitet bereits seit vier Jahren an einem neuen Standard namens WebVR. Dessen experimentelle Entwicklungsphase ist zwar noch lange nicht abgeschlossen, birgt gleichzeitig aber auch großes Potential in sich. Am 01. März 2016 erschien Version 1.0, im Juli 2017 erkannte schließlich auch Apple die Möglichkeiten der neuen Technologie und schloss sich der Forschungs- und Entwicklergruppe an. Die Idee war, eine plattformunabhängige open source-Programmierschnittstelle für die Darstellung und Produktion von VR-Inhalten zu erschaffen, die auch für VR-Einsteiger geeignet ist und sich ganz leicht im Browser aktivieren lässt. Man muss lediglich die betreffende Webseite aufrufen und den VR-Modus starten. Doch selbst wer keine VR-Brille und die entsprechenden Controller besitzt, kann sich die Anwendungen anschauen. Mittlerweile werden jedoch bereits alle größeren VR-Ausgabesysteme unterstützt und in die Firefox- und Chrome-Browser ist WebVR seit nun bereits knapp einem Jahr standardmäßig integriert, sodass die Virtual-Reality nach und nach zu einem alltäglichen Bestandteil des Internets werden und damit für eine breitere Masse an Relevanz gewinnen kann. Mit „Supermedium“ erschien Anfang des Jahres schließlich sogar ein eigens von einem US-Startup entwickelter VR-Browser, der sich ausschließlich auf die Darstellung virtueller Realität konzentriert, das heißt, klassische 2D-Webseiten können gar nicht aufgerufen werden, sodass der von Mozilla und Google gewählte Zwischenschritt, der das „alte“ Internet nahtlos mit dem Netz der Zukunft verbindet, entfällt. Stattdessen hat man aber die Möglichkeit, auf eine thematisch sortierte Bibliothek für WebVR-Inhalte mit einer integrierten Suchfunktion zurückzugreifen, ist dabei allerdings bislang noch von der Auswahl der Entwickler abhängig. Eine globale Suchfunktion, die über das in sich geschlossene „Supermedium“-Ökosystem hinaus geht, soll erst zu einem späteren Zeitpunkt hinzukommen.

Supermedium – The Virtual Reality Browser

In diesem kurzen von Google entwickelten Video wird die Technologie vor allem aus Produzentenperspektive noch einmal zusammenfassend erklärt und die Seite WebVR Experiments vorgestellt, auf der man seine WebVR-Projekte präsentieren und die anderer Mitglieder weiter bearbeiten kann. Vorteil der WebVR-Technologie für Produzenten ist, dass mit vergleichsweise geringem Aufwand VR-Inhalte gestaltet werden können, ohne neue, komplexe Programmiersprachen erlernen zu müssen. Aber auch auf Anwenderseite sind keine fortgeschrittenen Computer-Skills notwendig, um Virtual-Reality innerhalb des Browsers erleben zu können. Wer sich bezüglich der WebVR-Technologie dennoch nicht sicher ist und gerne auf kurze, prägnante Informationen zurückgreifen möchte, kann diese problemlos auf der offiziellen Seite des Projektes einsehen. Hier wird dann unter anderem auch erklärt, welches Ausgabegerät derzeit am Besten mit welchem Browser harmoniert.

WebVR Experiments: Virtual reality on the web for everyone

Towards the immersive web: Aus WebVR wird WebXR

 

Um Entwicklern noch größere Flexibilität in Hinsicht auf die Produktion ihrer Inhalte zu ermöglichen und ein noch immersiveres Internet zu etablieren, hat die WebVR-community Ende letzten Jahres den zuvor durch die WebVR-Schnittstelle gesteckten Rahmen um Augmented Reality erweitert und zu diesem Zweck das Projekt WebXR ins Leben gerufen. Statt wie bei VR völlig in eine andere Welt abzutauchen, soll AR im Browser es ermöglichen, virtuelle Objekte innerhalb der realen Welt zu platzieren. Die Immersive-Web-Gruppe bringt Browserbetreiber und Entwickler an einen Tisch und ist dabei auch hier bestrebt, durch ebenso gezielte wie gebündelte Zusammenarbeit einen open source-Standard mit Eingabe- und Ausgabefunktionen einzuführen. Das „X“ in WebXR ist, ähnlich wie bei dem Begriff „XMas“, als variabler Platzhalter zu verstehen, der alle denkbaren Limitierungen aufhebt – auch durch die Namensgebung soll deutlich werden, welches zukunftsweisende, facettenreiche Ziel das Projekt verfolgt und dass bei virtueller und augmentierter Realität noch längst nicht Schluss sein muss.

Wie lassen sich WebVR-Inhalte finden?

 

Auch wenn die meisten WebVR-Experiences noch recht einfach gehalten sind und manchmal leider auch noch nicht allzu flüssig laufen, haben wir uns für Sie im Netz umgeschaut, um auch Ihnen den Zugang zu WebVR-Inhalten zu erleichtern. Neben der nachfolgenden Auflistung von Seiten, auf denen viele der aktuell vorhandenen WebVR-Anwendungen kompakt zusammengefasst präsentiert werden, möchten wir Ihnen eine kleine Auswahl der in unseren Augen besonders liebevoll gestalteten WebVR-Angebote gesondert vorstellen. Damit dabei möglichst all Ihre Sinne angesprochen werden, haben wir darauf geachtet, Ihnen eine ausgewogene Zusammenstellung zu liefern, bei der es sowohl etwas für’s Herz als auch für die Lach- (und Tanz-)muskeln zu entdecken gibt.

Mit „Finding Love“ des Entwicklers Active Theory wird dem User eine abstrakte VR-Lovestory präsentiert, in der mittels der Blickrichtung ein kleiner leuchtender Kristall durch fünf verschiedene Episoden gesteuert wird, die alle unterschiedliche Facetten der Liebe zeigen. Wo man sich eben noch in der Wüste befand, wird man plötzlich von wogenden Wellen umgeben und am Ende erwartet einen dann schließlich noch eine Überraschung…

Auch „Inspirit“ von Arturo Paracuellos erzählt eine interaktive Geschichte, bei der die Handlung nur durch die Aktionen des Users vorangetrieben wird. Man hilft dem Protagonisten dabei, kleine, in der Umgebung verteilte Lichter einzusammeln, um die dargestellte Welt so nach und nach illuminieren zu können. Um das Erlebnis immersiver zu gestalten, arbeitet Paracuellos zusätzlich mit 3D-Sound – schauen Sie gerne mal rein!

Mozilla VR presents "A Saturday Night"

Sie tanzen gerne und verkleiden sich dabei auch schon mal als Hühnchen? Dann ist „A Saturday Night“ wie geschaffen für Sie! Brille auf, Tanzbein schwingen und das Ganze hinterher an Freunde und Familie schicken – stayin‘ alive!

  • Eine von Mozilla selbst zusammengestellte Liste von WebVR-Apps:

https://airtable.com/embed/shr2Lc7pmlJis02R4/tblZbV2S0W0T5DDth?viewControls=on

  • Eine nach verschiedenen Bereichen sortierte Übersicht von VR-Websites, die darüber hinaus ebenfalls eine kleine Zusammenstellung liefert:

https://medium.com/@ThisIsMeIn360VR/do-you-love-vr-heres-a-list-of-all-the-currently-available-webvr-websites-70d1038d8a24

  • Hier kann man nicht nur seine eigenen VR-Experiences bauen, sondern sich auch die anderer User anschauen:

https://aframe.io/

Wenn Sie die Entwicklungen rund um WebVR/WebXR im Auge behalten und wissen möchten, wie auch Sie WebVR-Inhalte gewinnenbringend für Ihr Unternehmen einsetzen können, zögern Sie nicht, die Experten der Aspekteins GmbH zu kontaktieren

 HIER KLICKEN FÜR IHR AR / VR-PROJEKT

Bildrechte: © derplan13 – fotolia.com

Patricia Jantschewski
Patricia Jantschewski
Patricia Jantschewski, M.A., studierte Germanistik und Komparatistik an der Universität des Saarlandes. Im Rahmen Ihrer Tätigkeit als Aspekteins-Bloggerin in Residence untersucht sie Virtual-Reality-Technologien hinsichtlich kultur- und mediengeschichtlicher Aspekte und identifiziert Berührungspunkte zwischen Geisteswissenschaft und neuen Medienformen und -formaten

1 Comment

  1. Ich merke das auch, dass Virtual Reality für Firmen immer wichtiger wird und da viele schon entsprechende Apps haben und damit meine ich nicht nur Unternehmen, die irgendwie in der Computer- bzw. Internetbranche tätig sind.